2019-03-28 Monte Mare investiert doch in Rengsdorf

Konzept für ein Natur- und Freizeitresort steht - Ein paar Hürden sind noch zu nehmen

Nach dem überraschenden Aus für den Saunabetrieb in Rengsdorf im Oktober 2017 zeichnet sich gut anderthalb Jahre später eine positive Wendung ab. Die langwierigen Gespräche zwischen der Geschäftsführung von Monte Mare und den Spitzen der Ortsgemeinde Rengsdorf hinter verschlossenen Türen tragen offenbar Früchte. Auch wenn beide Seiten unverändert Stillschweigen zu Detailplanungen vereinbart haben, weil wichtige Verfahrensdinge noch zu klären sind, lassen sie im Gespräch mit der RZ bereits im Vorfeld der offiziellen Verkündung des Gesamtkonzeptes in einer Bürgerversammlung am 10. April tief blicken.

An den Sommer 2017 erinnern sich weder Monte-Mare-Chef Herbert Doll noch Ortsbürgermeister Christian Robenek gern. Damals kündigte das Unternehmen an, den Saunabetrieb am Firmensitz Rengsdorf zum 15. Oktober einstellen zu müssen. 40 Arbeitsplätze würden in Rengsdorf wegfallen, hieß es damals. Hintergrund für diese Entscheidungen waren gescheiterte Verhandlungen mit der Ortsgemeinde über ein etwa 20 Millionen Euro umfassendes Gesamtkonzept für Rengsdorf mit Sauna plus See, Wohnmobilpark, Hotel und 60 Eigentumswohnungen obendrauf. Vor allem die Vermarktung der Wohnungen hätte Monte Mare einen Gewinn beschert, den das Unternehmen laut Herbert Doll (RZ-Interview vom 6. September 2017) für weitere Investitionen nutzen wollte. als Refinanzierungsquelle gedient. Doch genau diese wollte die Ortsgemeinde partout nicht an dieser Stelle haben.

Heute liegt nach zahllosen Gesprächen, denen noch eine von der Industrie- und Handelskammer gelenkte Mediation vorausgegangen war, ein neues Konzept auf dem Tisch. Einer Arbeitsgruppe, bestückt aus den Fraktionen des Ortsgemeinderates und der Unternehmensspitze von Monte Mare, hat sich darum verdient gemacht. Wie die RZ sowohl von Christian Robenek als auch von Herbert Doll erfuhr, besteht jetzt grundsätzlich Einigkeit über das, was sich auf dem Areal rund um Monte Mare auf die Beine stellen lässt. „Die ursprünglichen Pläne sind in sehr modifizierter Form noch vorhanden. Die Wohnbebauung ist aber endgültig vom Tisch. Das war auch die Basis für die Gespräche", sagt Robenek.

Den Namen dessen, was am 10. April der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, nennt der Ortsbürgermeister ebenfalls im RZ-Gespräch: „Natur- und Freizeitresort Monte Mare/Ortsgemeinde Rengsdorf". Er deutet zumindest an, was dahintersteckt: „Es ist und bleibt ein privatwirtschaftliches Vorhaben von Monte Mare, an dem sich aber die Ortsgemeinde beteiligen wird", erklärt Robenek. Heißt: Die Kommune plant offenbar, auch eigene Elemente ins künftige Freizeitresort einzubringen. Doch noch wird nichts verraten, denn es sind noch ein paar Hürden zu nehmen.

Da wäre zum einen das Bebauungsplanverfahren. „Monte Mare hätte auch auf dem Firmengelände etwas entwickeln können, aber es geht um eine Erweiterung, bei der das gesamte Areal bis hinunter zu den Tennisplätzen überplant werden soll. Deshalb sind wir ins Verfahren eingestiegen", so Robenek. Bauherr und Ortsgemeinde haben sich damit für die größere Rechtssicherheit entschieden. An dem Bebauungsplanverfahren kann übrigens jeder Bürger im Rahmen der Offenlegung mitwirken. Herbert Doll zeigt sich noch verhalten: „Wir sind nach wie vor mit der Planung beschäftigt, der Bebauungsplan ist Grundvoraussetzung dafür, dass unsere gemeinsamen Pläne umgesetzt werden können."

Davon abgesehen steht laut Ortsbürgermeister auch die Beratung zum Gesamtkonzept im Ortsgemeinderat aus: „In Teilen ist das den Fraktionen schon bekannt, aber zuletzt ist das Ganze noch ein klein wenig modifiziert worden." Die nötigen Beschlüsse soll das Gremium am 22. Mai fassen. Robenek ist optimistisch.

Das Foto aus der Vogelperspektive zeigt das Monte-Mare-Gelände in Rengsdorf (Mitte, unten). Für das Konzept „Natur- und Freizeitresort Monte Mare/Ortsgemeinde Rengsdorf" soll das ganze Areal bis hinunter zu den Tennisplätzen (Mitte, oben) überplant werden.
Foto: Lukas Kurpjuhn

Quelle:
Ralf Grün, RZ Kreis Neuwied
Donnerstag, 28. März 2019, Seite 15

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fwg

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