2018-04-14 Verschwiegene Runde sucht nach einer Lösung

Monte Mare: FWG bemängelt fehlende Infos

Sie reden miteinander und sagen doch nichts: Dass die Ortsgemeinde Rengsdorf und Vertreter der Monte-Mare-Unternehmensgruppe sich schon im vergangenen Herbst wieder gemeinsam zu Gesprächen an einen Tisch gesetzt haben, war für die Rengsdorfer zunächst mal eine gute Nachricht. Inzwischen zerrt aber das von allen Teilnehmern der Gesprächsrunden vereinbarte Stillschweigen über die Inhalte der Treffen an den Nerven der übrigen Beteiligten.

In seiner jüngsten Sitzung sah sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema konfrontiert, stand doch ein Aufstellungsbeschluss für die Überplanung des Sondergebietes auf der Tagesordnung. Aber kann man einen solchen Beschluss fassen ohne die entsprechenden Informationen? Vor allem für die Mitglieder der FWG-Fraktion war das ein Unding.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2017 hatte die Monte-Mare-Unternehmensgruppe ihren Standort in Rengsdorf geschlossen, nachdem eine geplante Großinvestition zu Streit mit der Gemeinde geführt hatte. Neben einer Therme mit Sauna- und Wellnessbereichen, einem Hotel und einem Wohnmobilpark hatten die Unternehmer auch Gebäude für Eigentumswohnungen und altersgerechtes Wohnen geplant. Rund um einen neu angelegten See sollten fünf Wohnblöcke mit zusammen 60 Wohnungen entstehen. Zu viel aus Sicht der Gemeinde, die ein neues, dominierendes Wohngebiet auf dem bis dato als Freizeitgebiet ausgewiesenen Gelände und damit weitreichende Folgen für den Ortskern Rengsdorfs befürchtete. Außerdem sah die Gemeinde Probleme beim Lärmschutz und in ungeklärten Eigentumsverhältnissen.

Mittlerweile reden die Beteiligten wieder miteinander: Mit Unterstützung von Mediatoren der IHK setzen sich wechselnde Vertreter der Unternehmensgruppe mit Ortsbürgermeister Christian Robenek und den Ratsmitgliedern Rainer Dillenberger (SPD) und Thomas Schreck (CDU) zusammen, um doch noch nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Die Inhalte dieser Gespräche bleiben unter Verschluss: „Jeder hat seine Vorstellungen und Ziele erörtert, und es wurden kleine Fortschritte erzielt." Mehr ließ Ortschef Robenek in der Sitzung nicht verlauten.

Alle offenen Fragen sind somit für den Gemeinderat immer noch ungeklärt - und nun doch ein Aufstellungsbeschluss? „Es wird von uns erwartet, dass wir etwas beschließen, von dem wir nichts wissen", ärgerte sich Ratsfrau Erika Zipf-Bender (FWG). „Wir wissen, dass Gespräche stattfinden, aber wir kriegen keine Infos. Es wird nur um den heißen Brei herumgeredet. Ich finde das ärgerlich, da könnten wir auch gleich heimgehen. Wie kann ich etwas beschließen, wenn ich nichts weiß?", drückte sie ihr Missfallen aus.

Für Ortsbürgermeister Robenek ist jedoch der Aufstellungsbeschluss der nächste logische Schritt und ein wichtiges Signal: „Wenn wir eine Einigung haben, müssen wir nicht erst lange auf den Beschluss warten, sondern können gleich loslegen", argumentierte er. Bis Ende des Jahres, so seine Planung, sollen auch greifbare Gesprächsergebnisse vorliegen, die dann nicht nur dem Rat, sondern auch der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Die Mehrheit des Rates sah es genauso: Gegen die Stimmen der FWG hat das Gremium den Aufstellungsbeschluss mit großer Mehrheit gefasst. Wann nun belastbare Informationen kommen, ist aber noch offen.

 

Monte Mare hatte das Gelände am Rengsdorfer Unternehmenssitz überplant - und traf dabei bei der Gemeinde auf Widerspruch.
Foto: Jörg Niebergall

Angela Göbler
RZ Kreis Neuwied vom Samstag, 14. April 2018, Seite 14

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