2010-01-22 Stellungnahme zum "IchZeitPark"

Stellungnahme „IchZeitPark" Rengsdorf

Stand: 22. Januar 2010

1. Anlass und Hintergrund des touristischen Pilotprojektes „IchZeitPark"

Das Thema IchZeitPark in Rengsdorf wird als touristisches Pilotprojekt für Rengsdorf bezeichnet.
Der Landschaftspark „WasserWelten" ist ein angestrebtes Teilprojekt des IchZeitPark, jedoch zurzeit das vorrangige Projekt.

In einer ursprünglichen Projektskizze der WasserWelten im Louisenthal heißt es:

Das Louisenthal Rengsdorf - Teilabschnitt des Völkerwiesenbachs - hat im Hinblick auf das Thema Wasser überdurchschnittlich viel zu bieten und ist gleichzeitig von der Landschaftsausstattung äu-ßerst attraktiv, insbesondere für Zwecke der landschaftsbezogenen Naherholung mit Informations- und Erlebnisangeboten. Die Erschließung des Gebietes verläuft zum Teil auf dem Rheinsteig und wird von Wanderern bisher schon stark frequentiert. ....

Die WasserWelten Louisenthal sollen auf der Bundesgartenschau Koblenz 2011 als ein sogenanntes Vor-Ort-Projekt beworben werden..... .

Zur Analyse und Planung des Projektes WasserWelten liegt vom 27.10.2009 ein stichpunktartiges Entwicklungskonzept des freien Unternehmens „Institut für Umweltplanung" von Frau Dr. Kübler vor.

Mit Bezug auf die BUGA 2011 in Koblenz sollte mit den WasserWelten ein Außenprojekt der BUGA ns Leben gerufen werden, dass auch dem Ort Rengsdorf in der touristischen Entwicklung helfen soll.
Aus diesem Grund wurde im Mai 2009 ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss gefasst, der den Ausstellungsbeitrag in einer Größenordnung von 10.000 € (verteilt auf drei Kalenderjahre) legitimiert.

Im Oktober 2009 wird das Projekt Wasserwelten durch das besagte Institut in einer neuen finanziellen Dimension und räumlichen Ausdehnung den Gemeinderatsmitgliedern vorgestellt. Dabei bezieht sich das Projekt WasserWelten nicht mehr ausschließlich auf die Grünanlagen des Louisenthals und der technischen Einrichtung eines Pumphauses, sondern auch auf die Gestaltung des Wasserturmes im Bereich Monte Mare. Die Kosten belaufen sich inzwischen auf 800.000 Euro und die damit ver-bundenen Folgekosten laut Konzeption auf ca. 50.000 Euro pro Jahr.

Zu Beginn des Jahres 2010 wird durch das Institut für Umweltplanung ein weiteres Konzept mit einer dazugehörigen Kostenübersicht für weitere Landschaftsparks in Rengsdorf vorgelegt. Das vorange-gangene Projekt wird zwischenzeitlich ergänzt um die Projekte WaldKurPark, SchauInsland und
ObstWiesen und erreicht eine Kostensumme von insgesamt 1.200.000 Euro ohne die Folgekosten.

Die nachfolgende Stellungnahme bezieht sich auf die verschiedenen Elemente des IchzeitParks und die dazu vorliegenden Konzepte.

Es ist grundsätzlich zu vermerken, dass die nun vorliegenden Konzepte in keiner Weise mehr im Zu-sammenhang mit den Überlegungen des BUGA-Vor-Ort-Projektes stehen und ein Gemeinderatsbe-schluss hierfür noch nicht vorliegt.

Lediglich ein Gemeinderatsbeschluss zur Antragstellung eines Förderantrages wurde im Dezember 2009 durch den Gemeinderat herbeigeführt.

2. Analyse der vorliegenden Konzeptionen und Verzahnung mit der Tourismusstrategie 2015

Die vorliegenden Konzepte bezüglich der WasserWelten beziehen sich auf nachfolgende Punkte:

• Touristisch relevante Rahmenbedingungen in Rengsdorf
• Wesentliche Tourismuspotenziale in Rengsdorf
• Ziele für eine nachhaltige Entwicklung von Rengsdorf
• Grundlagen für das touristische Rahmenkonzept (Touristische Säulen)
• Angestrebten Zielgruppen in der Gemeinde Rengsdorf
• Konzeptidee für das touristische Rahmenkonzept
• Vorstellung des Mottos „Rengsdorf im Park"
• Vorstellung von vier Landschaftsparks
• Ansatzweise Bestandserfassung ohne weitere Bewertung der Einzelpunkte
• Konzepte einzelner Elemente der WasserWelten (Rheinsteig-Hütte etc.)
• Nutzen des Projektes Wasserwelten

Die aufgelisteten Punkte sind jedoch nur in Stichpunkten benannt. Dabei wird von dem Verfasser in keinem Punkt auf Details bei der Umsetzung oder Besonderheiten des touristischen Umfeldes in Rengsdorf eingegangen.

Die Konzeption bezieht sich auf die Tourismusstrategie 2015 in Rheinland-Pfalz, welche als Druck-schrift vom MWVLW herausgegeben wurde. Diese Tourismusstrategie bezieht sich auf die zukünfti-gen touristischen Themen in Rheinland-Pfalz. Mit der vorliegenden Konzeption wird namentlich auf die thematischen Säulen Wandern und Gesundheit eingegangen, ohne eine detaillierte inhaltliche Verzahnung des Konzeptes mit diesen „Säulen" herbeizuführen. Die Auflistung dieser Tourismussäu-len ohne weitere Erklärungen ist für eine Investition der angestrebten Größenordnung sicherlich nicht ausreichend.

Insbesondere findet keine spezifische Argumentation statt, wie sich mit dem IchZeitPark zukünftig von den zahlreichen nationalen Mitbewerbern abgehoben werden soll.

Zielsetzung der touristischen Gesundheitssäule ist es jedoch, Orte oder Regionen als Kompetenz-zentren für Prävention und Medical Wellness zu entwickeln und auf höchstem Niveau zu präsentieren. Dies setzt einen sehr umfangreichen Prozess der Qualitätsentwicklung und nachfolgend der Qualitätssicherung in einer Region voraus, was auf der jetzigen Entwicklungsebene der Gemeinde Rengsdorf als utopisch zu bewerten ist.

Gemäß Tourismusstrategie erfordert gerade der Wellness und Medical Sektor einen ausgeprägten Betreuungs- und Coaching-Charakter vor Ort.

Leider ist dies in keiner der vorliegenden Papiere auch nur annäherungsweise näher für den Ort Rengsdorf untersucht worden. Auch sind irgendwelche Entwicklungsschritte zum Aufbau einer touris-tischen Säule Gesundheitstourismus für Rengsdorf bisher nicht erarbeitet.

Neben der Säule der Gesundheit wird auf die Säule Wandern kurz in der Konzeption eingegangen. Inwiefern ein angestrebter kommunaler Rundweg (teilweise barrierefrei) in die touristische Säule Wandern (Rengsdorfer Land) integriert werden kann, bleibt in der vorliegenden Konzeption vollkom-men offen. Der angestrebte Rundwanderweg wird und soll sicherlich keine Kriterien des Wanderwege-Leitfadens erfüllen können.

Vielmehr wird zu überlegen sein, inwiefern der Rundweg in die Vermarktung eingebracht wird und im Wander-Tourenplaner präsentiert werden kann.

Ein teilweise barrierefreier Wanderweg erfordert auch ein barrierefreies Umfeld in vielerlei Hinsicht, welches in dem räumlichen Bereich zu untersuchen und nachzuweisen ist.


Der zurzeit gültige Leitfaden zur Umsetzung der Tourismusstrategie 2015 in den rheinland-pfälzischen Tourismuskommunen weist eine eigenständige Checkliste zur Produktentwicklung auf.

Hierbei werden die Details zur Festlegung der Produktidee, der Produktbestandteile, der Alleinstel-lungsmerkmalen, Preiskalkulation, der Leistungsbeschreibung, der Vertriebswege, der Marketing-maßnahmen abgefragt.

Leider liegt eine Ausarbeitung und Beantwortung dieser Checkliste noch nicht vor.

Auch wird bei allen vorliegenden Konzepten nicht auf die Qualitätsexpertise Rengsdorf vom Europäi-schen Tourismus Institut GmbH (ETI) aus dem Jahr 2008 eingegangen. Dies ist zur weiteren Ent-wicklung des Ortes Rengsdorf ebenso erforderlich.

Forderung der FWG:

a) Die Checkliste zur Entwicklung kommunaler touristischer Produkte ist in ganzem Umfang abzuar-beiten. Dabei sind im Detail die Argumente und vorliegenden Studien nachzuweisen, die ein Gelingen des Projektes in Rengsdorf erwarten lassen.

3. Nachweis der Zielgruppen zur Nutzung des touristischen Projektes

Die Entwicklung eines touristischen Angebotes und Produktes erfordert grundsätzlich vorweg eine Analyse welche Zielgruppen das Produkt zukünftig nutzen können und besonders sollen. Auch ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung basierend auf vorliegenden Studien zu erstellen.

Diese Analyse liegt in keiner Weise vor.
Bei näherer Betrachtung der vorliegenden Konzepte findet gerade mal der Rheinsteig-Wanderer Er-wähnung. Ebenso wird auf einen räumlichen Bereich in Rengsdorf kurz eingegangen, der wohl durch Wanderer stärker frequentiert wird. Hierbei handelt es sich namentlich um das Louisenthal.

Zusätzlich könnte es sich jedoch auch um den Rheinsteig und Klosterweg-Abschnitt im Bereich Waldfestplatz und Römergraben handeln, was bezüglich Frequentierung wahrscheinlicher sein dürfte.

Dabei zeigt es sich eindeutig, dass die eigentlichen Touristen zurzeit in Rengsdorf überwiegend die Rheinsteig-Wanderer sind, zumindest wenn es sich um Übernachtungsgäste handelt.

Eine touristische Zielgruppenanalyse von dem Ort Rengsdorf würde mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben, dass der Übernachtungsgast in Rengsdorf nur eine sehr kurze Verweildauer aufweist, was sicherlich mit einer Vielzahl von Gründen zu tun hat, auf die nun nicht weiter eingegangen werden kann.

Nur eine geringe Anzahl von Gästen verweilt mehr als drei Tage in der Gemeinde Rengsdorf und dies in der Regel aus beruflichen Gründen.

Die Betreuung bzw. Verzahnung mit den Tagesgästen der Monte Mare Saunalandschaft ist sicherlich weiter inhaltlich zu untersuchen, jedoch in der Konzeption nicht berücksichtigt.
Hierbei ergibt sich allerdings auch schnell ohne fundierte Auswertung die Erkenntnis, dass der Besu-cher der Monte Mare Einrichtung dem Tagesgast zuzurechnen ist, ohne weitere positiv wirtschaftliche Auswirkung auf den Ort Rengsdorf.

Auch ist eine differenzierte Zielgruppendefinition für die einzelnen touristischen Angebote wie Loui-senthal oder Wasserturm sowie die einzelnen Parklandschaften nicht vorgelegt und kurzfristig nach-zuholen.

Forderung der FWG:

a) Vorlage einer ausführlichen Zielgruppendefinition und -analyse unter Berücksichtigung der spezifischen touristischen Begebenheiten in Rengsdorf

4. Berücksichtigung des touristischen Umfeldes in Rengsdorf

Mit der Entwicklung eines touristischen Pilotprojektes in der angestrebten Größenordnung, ist das touristische Umfeld des Ortes vorweg zu analysieren und die späteren wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Umfeldes auf das Produkt (und umgekehrt) zu kalkulieren.

Das touristische Umfeld bezieht sich auf verschiedene Elemente und Säulen einer Gemeinde.

Der Leitfaden für den kommunalen Tourismus sieht grundsätzlich professionelle Strukturen auf der lokalen Ebene in der touristischen Verwaltung als unabdingbar an.

Dazu gehören in einem Kurort ein Tourismus Service Center (TSC) ebenso wie eine Tourist-Info. Die Aufgaben zu beiden Institutionen sind klar definiert und sind durch entsprechend geschultes Per-sonal zu bewerkstelligen.

Zur Erledigung dieser Aufgaben und der Marketingaktivitäten müssen jährlich mindestens ca. 200 TEUR im Haushalt vorgehalten werden.

Wenn man auch die Aufgaben des TSC in Rengsdorf auf Verbandsgemeindeebene sieht und Sinn-vollerweise angesiedelt hat, so ist man in Rengsdorf noch weit von der geforderten und erforderlichen touristischen Verwaltungsstruktur entfernt.

Dies ist auf die finanzielle, räumliche und personelle Besetzung zu beziehen.

Sicherlich sind die zurzeit in der TI Rengsdorf sowie der VG-Verwaltung für den Tourismus tätigen Personen überaus engagiert und idealistisch tätig, was aber für eine auf Dauer touristisch erfolgreiche Arbeit nicht ausreichend sein kann.

Neben den verwaltungstechnischen Aufgaben sind handwerkliche Tätigkeiten für die zahlreichen Parkanlagen mit spezifischen Besonderheiten zukünftig zu erledigen. Die gesamte Umsetzung hierzu ist noch nicht weiter definiert. Dies wird auf die Zeit nach der Ersteinrichtung bezogen.

Die Vorstellung diese Tätigkeiten mit dem Rengsdorfer Bauhof erledigen zu können, ist bedingt durch die momentane personelle Besetzung und Qualifikation ausgeschlossen.

Die zurzeit vier Vollzeitbeschäftigten des Bauhofes sind bedingt durch die zahlreichen Tätigkeiten in der Gemeinde bereits ausgelastet und weisen die erforderlichen Fachkompetenzen im Garten- und Landschaftsbau in dem dann erforderlichen Umfang nicht auf.

Somit ist für eine weitreichende Parkanlagenstruktur ein zusätzlich fachkompetenter Mitarbeiter in der Gemeinde Rengsdorf zu beschäftigen, unabhängig von der zukünftigen Stellung dieser Person.

Ein touristisches Umfeld wird auch begründet durch die einheimische Bevölkerung und das gesamte innerörtliche Ortsbild, welches für das Gesamtbild und Außendarstellung eines Produktes dieser Ka-tegorie erforderlich ist.

Forderung der FWG:

a) Vorlage einer Analyse mit Optimierungsvorschlägen zur Entwicklung des touristischen Umfel-des:
• Touristische Verwaltung
• Betreuung der angestrebten Anlagen
• Innerörtliche Dorfentwicklung, die im Zusammenhang mit dem Tourismuskonzept steht

5. Nachhaltigkeitsmodell und damit verbundene Kosten

Die vorliegende Konzeption weist in keiner Weise irgendein Betreuungs- bzw. Nachhaltigkeitsmodell für die verschiedenen Elements des IchZeitParks auf.

Diese sind spezifisch für:

• Wasserwelten Louisenthal
• Wasserturm
• Verschiedenen Landschaftsparks

zu erstellen.

Die Konzeption verweist nur in einem Satz auf die zu erwartenden Nachhaltigkeits-Kosten in Höhe von ca. 45.000 € jährlich.

Dabei bleibt völlig unbeschrieben, in welcher Höhe mit Arbeitsstunden jährlich in der Nachhaltigkeit für das Gesamtprojekt zu rechnen ist.
Definitiv ist der geschätzte Betrag für die Nachhaltigkeit unzureichend und ungenau kalkuliert.

Die Kosten sind für jedes Element des IchZeitPark wie folgt zu kalkulieren:

• Abschreibung
• Vandalismus
• Personaleinsatz für Unterhaltung und Betreuung
• Erforderliches Material oder Pflanzen

Bedingt durch die angestrebte Förderung bei der Ersteinrichtung des Tourismusprojektes ist sicherlich auch eine Zweckbindungsfrist einzuhalten. Diese beträgt in der Regel 10-15 Kalenderjahre, was auch bedeutet, dass eine entsprechende Nachhaltigkeit des Projektes in diesem Zeitraum zu gewährleisten ist. Eine Kostenkalkulation für die Nachhaltigkeit ist somit auch für den Gesamtzeitraum zu kalkulieren.

Forderung der FWG:

Konzeption eines detaillierten Nachhaltigkeitsmodells mit geschätzten Kosten für die Einzelpunkte. Die Kostenkalkulation muss die jährliche finanzielle Belastung für den Ort und den geschätzten Ge-samtbetrag für die kommenden zehn Jahre ausweisen.

6. Vermarktung des touristischen Projektes

Ein touristisches Projekt gemäß dem IchZeitPark, wird nur dann eine Chance auf dem touristischen Markt haben, wenn eine gezielte und fundierte Marketingstrategie gefunden und mit dem erforderli-chen finanziellen und personellen Einsatz umgesetzt wird.

Weder die Vermarktungsstrategie noch die dazu erforderlichen finanziellen und personellen Mittel sind in irgendeiner Konzeption aufgelistet oder angedacht.

Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern erforderliche Analysen dieses Produktes durch die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) oder der regionalen touristischen Ebene, vertreten durch den Westerwald-Touristik Service (WTS), vorliegen.

Auch sind diese beiden Institutionen gezielt in die Entwicklung und Konzeption mit ein zubinden, da eine erfolgreiche Vermarktung in der Regel nur unter Einbindung dieser Kräfte effektiv erfolgen kann.

Es ist zu vermerken, dass eine Vermarktung in der erforderlichen Dimension nicht durch die heimi-schen Kräfte in der touristischen Verwaltung geleistet werden kann.

Dies ist besonders unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen zu bedenken.

Forderung der FWG:

a) Erbringung eines detaillierten Marketingplanes
b) Auflistung der zu erwartenden Marketingkosten für einen Zeitraum von 5 Jahren
c) Nachweis der Zusammenarbeit mit der RPT und der WTS

7. Vernetzung mit dem Dorfentwicklungskonzept/Entwicklung eines Tourismuskonzeptes

Neben der Entwicklung des Projektes Wasserwelten ist in der Gemeinde Rengsdorf auch das Dorf-entwicklungskonzept in der Umsetzung.
Dies erfordert ebenso wie die angestrebte innerörtliche Straßensanierung erhebliche finanzielle Mittel in den kommenden fünf Jahren.

Gemäß Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz soll auch unter Berücksichtigung der Tourismusent-wicklung das innerörtliche Gesamtbild in den rheinland-pfälzischen Ortschaften wesentlich aufgewer-tet werden.
Hier sieht man erheblichen Entwicklungsbedarf, der auch auf den Ort Rengsdorf zutreffend ist.

Aus diesem Grund müssen sämtliche touristischen Entwicklungsprozesse in der Gemeinde Rengsdorf grundsätzlich auch mit den Zielen des Dorfentwicklungskonzeptes abgestimmt sein.

Die Einhaltung des finanziellen Handlungsspielraumes setzt somit einen ganzheitlichen Finanzie-rungsplan für die Strukturentwicklung in Rengsdorf voraus.

In den vorliegenden Konzepten ist dies in dem erforderlichen Umfang nicht geschehen.

Die vorliegenden Kostenpläne des Konzeptes IchZeitPark sind nur bedingt nachvollziehbar und durch eine zweite Institution zu prüfen.
Alleine die Prüfung einzelner Punkte (Bsp. Kosten für die Wanderwegweisung gemäß Leitfaden) las-sen Zweifel an einer realistischen Kalkulation aufkommen.

Eine Projektierung des IchZeitPark unter Aufnahme von Krediten ist bedingt durch die zu erwartenden Mindereinnahmen in der Gemeinde Rengsdorf, keinesfalls vertretbar.

Auch wird bereits in den vorliegenden Unterlagen darauf verwiesen, dass ein unmittelbarer finanzieller Nutzen für die Gemeinde nicht zu erwarten ist.

Forderung der FWG:

a) Erstellung eines Entwicklungsplanes (mit 5 jährigem-Finanzierungsplan), der touristische und innerdörfliche Vorhaben miteinander verzahnt, sowie die Straßensanierung berücksichtigt

8. Einschätzung der FWG

Die FWG Rengsdorf sieht bei aller aufgeführten Kritik an dem Projekt IchZeitPark selbstverständlich schon auch das Erfordernis, den Ort Rengsdorf touristisch, aber besonders innerörtlich weiter zu entwickeln.

Dies erfordert natürlich auch erhebliche finanzielle Anstrengungen, besonders nach Jahren zurück-haltender Investitionen, die aus finanzieller Sicht begründet war.

Gerade jedoch aus diesem Grund ist eine gezielte Analyse des nun angestrebten touristischen Pro-jektes IchZeitPark erforderlich.
Neben der Kalkulation und Prüfung der Machbarkeit bei der Ersteinrichtung muss eine Gemeinde auch die Kosten für die Nachhaltigkeit in Betracht ziehen und die ständig wachsenden Anforderungen an Qualität und Umsetzung eines Projektes mit ins Kalkül ziehen. Dies ist leider bei dem Projekt IchZeitPark bisher nicht geschehen.

Vielmehr wird auf der Grundlage von attraktiven finanziellen Fördermöglichkeiten durch das Land, eine nicht mehr kalkulierbare Finanz-Situation für die Gemeinde Rengsdorf geschaffen.

Auch die Forderung des Ministeriums nach entsprechenden Investitionssummen zur Erlangung einer Förderung, kann nicht das Argument für waghalsige Projekte in der jetzigen Zeit sein.

Entsprechende Erfahrungen mit Fehlinvestitionen aus den siebziger Jahren oder auch einem Projekt wie dem Nürburgring müssen Warnung genug sein.

Eine enge Verzahnung mit der innerörtlichen Dorfentwicklung muss in ausreichendem Maße stattfin-den.

Die FWG setzt sich vorrangig für die innerörtliche Dorfentwicklung ein und sieht die Tourismusent-wicklung als ein wichtiges Begleitprodukt, dass im Einklang mit der finanziellen Lage und der Ent-wicklung des touristischen Umfeldes stehen muss.

Aus diesem Grund ist die FWG auch nicht gegen durchdachte und punktuelle touristische Einzel-maßnahmen des vorliegenden Gesamtkonzeptes „IchZeitPark".

Beispielsweise wurden mit dem Aufbau des Rheinsteigs und des Klosterweges in Rengsdorf touristi-sche Projekte angestoßen, die in einem vertretbaren finanziellen Rahmen eine positive touristische Umfeldentwicklung im Dorf Rengsdorf bewirkt und konsequent die Entwicklung von Übernachtungs-betrieben gefördert haben.

Auf dieser Basis kann sukzessive weiter eine Qualitätsoptimierung und die Entwicklung weiterer tou-ristischer Angebote erfolgen.

Ein Produkt entsprechend dem IchZeitPark überfordert jedoch zum jetzigen Zeitpunkt die gesamte touristische Struktur, angefangen von den Beherbergungsbetrieben bis zur touristischen Verwaltung des Ortes.

Auch die alleinige Zukunftsperspektive in Form eines neuen Hotelleriebetriebes durch das Unter-nehmen Monte Mare ist nicht ausreichend, um ein Gesundheitsthema in Rengsdorf in dieser Weise aufzubauen.
Vielmehr sind die touristisch stark frequentierten Bereiche des Ortes sukzessive inhaltlich und optisch aufzuwerten.

Selbst die Qualitätsexpertise von ETI 2008, ermittelt für Rengsdorf bezüglich des Entwicklungspoten-zials durchschnittlich Rang 115 (von 158 untersuchten Orten).

Dies zeigt sehr deutlich, dass eine touristische Entwicklung, wenn überhaupt, nur in kleinen Schritten betrieben werden kann, die auch eine Parallelentwicklung des touristischen Umfeldes sinnvoll zulässt.


Die Prioritätenliste für Rengsdorf muss heißen:

a) ganzheitliche innerdörfliche Entwicklung (gemäß vorliegenden Schriften)

b) sukzessive und finanziell überschaubare Entwicklung touristischer Infrastruktur entlang frequen-tierter Bereiche

Jedoch sind unzureichend durchdachte Themen und Bereiche wie der Wasserturm oder verschiedene Landschaftsparks in ganzem Umfang zu streichen.
Es ist nicht zu erwarten, dass diese Bereiche in dem erforderlichen Umfang frequentiert werden, wie es aus finanzieller und touristischer Sicht erforderlich wäre.

Auch können die WasserWelten gemäß der ursprünglich bescheidenen Planung verwirklicht werden, jedoch nicht in dem nun vorliegenden Umfang.

Aus diesen Überlegungen resultierend ergibt sich die Forderung nach einem Gesamtkonzept für den Ort Rengsdorf, welches auch die sichere finanzielle Umsetzung einschließt.

Eine Zustimmung durch die FWG zu solchen Projekten ist nur bei schlüssigen und machbaren Pro-jekten gegeben, unter der Bedingung, dass ein Projekt auch vor der Rengsdorfer Bevölkerung lang-fristig vertretbar ist.


22.01.2010, Vorstand FWG Rengsdorf

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