2013-07-03 Gemeinderat ist Treuhänder der Bürger

Ortsentwicklung: In Rengsdorf gibt es Streit um eine Immobilie.

Es geht manchmal seltsam  zu in Rengsdorf: In der Bürgerinfo Nr. 5/2013 der Freien Wählergemeinschaft Rengsdorf e.V. (FWG) vom April dieses Jahres hatten wir erwähnt, dass im Dorf  Gerüchte umgingen, wonach das von der Gemeinde im Wege der Zwangsversteige- rung erworbene Anwesen des ehemaligen Hotels „Zum Hirsch" ohne professionelle Vermarktung veräußert werden solle. Wir hielten das für ein böswilliges Gerede.

Kurz darauf erreichte uns ein Brief, in dem die FWG ultimativ aufgefordert wurde, unsere Behauptung zu widerrufen und in dem uns widrigenfalls rechtliche Schritte angedroht wurden.

In der letzten Sitzung des Gemeinderates vom 12. Juni stellte deshalb die FWG-Ratsfraktion den Antrag, das Anwesen über einen Makler zu vermarkten, um einen möglichst hohen Verkaufserlös für die Gemeinde zu erzielen. Ortsbürgermeister Kleinmann erklärte hierzu, dass es zwei Investoren aus der Region gäbe, die das Gelände erwerben möchten und zugesagt hätten, sich bei der Bebauung an die Vorgaben der Gemeinde zu halten. Dies sei bei einem „fremden" Investor nicht möglich. Obwohl der gut informierte Verbandsbürgermeister Breithausen erklärte, dass man auch andere Interessenten problemlos vertraglich verpflichten könne, sich an die von der Gemeinde zu stellenden Bedingungen zu halten, wurde der Antrag der FWG mit großer Mehrheit abgelehnt. So ist also aus dem Gerücht Wahrheit geworden!

Ich habe den Eindruck, dass hier wieder einmal Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus geworfen wird, indem man auf mögliche Mehreinnahmen aus einer Veräußerung im Wettbewerb einfach verzichtet. Ich würde mir wünschen, dass sich Bürgermeister und Rat endlich einmal bewusst werden, dass sie nicht einfach tun und lassen können was sie wollen, sondern nur als Treuhänder für die Rengsdorfer Bürger handeln dürfen. Man darf gespannt sein, was die beiden Investoren schließlich für das „Hirsch"-Anwesen bezahlen müssen und ob sie sich wirklich an die Vorgaben halten.

Vor etlichen Jahren wurde ein großes Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße von einem regionalen Investor erworben Das Haus ist seitdem zum Leidwesen der Anwohner zu einer Ruine verkommen. Ich kann nur hoffen, dass die Gemeinde mit ihren beiden jetzt vorhandenen Investoren aus der Region mehr Glück hat, damit nicht auch der „Hirsch" weiter zur Ruine verfällt, ohne dass etwas geschieht.

Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn Bürgermeister Kleinmann endlich Ross und Reiter nennen würde. Es kann nicht angehen, dass für den Bürger weitreichende Entscheidungen nur im Verborgenen in nicht öffentlicher Sitzung besprochen werden. Auf diese Weise setzt sich der Rengsdorfer Rat nur dem Vorwurf der Mauschelei aus.

Werner Flohr
2. Vorsitzender der FWG Rengsdorf

RZ Linz, Neuwied vom Mittwoch, 3. Juli 2013, Seite 21

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