2013-04-29 LED Beleuchtung - Warnung in den Wind geschlagen

Leserbrief
zum Artikel: „LED. Kommunen scheuen hohe Investitionen"/RZ vom 23.04.2013, Autor: Herr Grün, Lokalredaktion Neuwied.

Warnung in den Wind geschlagen

Ähnlich wie in dem Artikel vom 23.04.2013 geschildert, ging auch die Gemeinde Rengsdorf das Thema LED-Beleuchtung nur sehr zögerlich an. Besser gesagt: Man hätte die ganze Thematik verschlafen wenn nicht die Freien Wählergemeinschaft Rengsdorf e. V. (FWG) im Gemeinderat die Initiative ergriffen hätte. Die Energieagentur Mittelrhein (EAM) wurde beauftragt, die Gemeinde zu beraten und einen Förderantrag beim Umweltministerium zu stellen.

Dieser Antrag wurde genehmigt, d. h., der Bund hätte 25 % der Investitionskosten übernommen. Da außerdem noch eine ausgesprochen günstige Finanzierung zu 0,75 % durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich war, hätte sich das Projekt schnell gerechnet, ohne den Haushalt zusätzlich zu belasten und nach ca. acht Jahren der Gemeinde erhebliche Gewinne gebracht.

Leider fehlten dem Rengsdorfer Gemeinderat aber die Weitsicht und der Mut. Vielleicht auch wegen der falschen Beratung durch den Bürgermeister? Entgegen der beantragten Lösung, die den kompletten Austausch des Lampenkopfes und der Steuerung vorsah, entschied man sich gegen die Empfehlung der FWG und gegen den Rat der EAM dafür, nur die „Birnen" auszutauschen (nach dem sogenannten Retrofit-Verfahren). So wird zwar auch Strom gespart, ein großer Teil der Vorteile der LED-Beleuchtung wird aber nicht genutzt. Die neuen „Birnen" können nicht gedimmt werden, was weitere Kosteneinsparungen gebracht hätte. Daneben ergeben sich höhere Wartungskosten und kürzere Garantiezeiten.

Auch die 25 %ige Beteiligung des Bundes an den Investitionskosten entfällt bei der Retrofit-Lösung.

Hauptargument gegen die beantragte Lösung war, dass man die Kosten sonst hätte auf die Bürger umlegen müssen - angeblich hatte sich der Bürgermeister entsprechend informiert. Ich frage mich bloß, wo? Jedenfalls nicht bei der Kreisverwaltung, wie man doch meinen sollte! Der in Sachen LED sehr gut informierte Kreisbeigeordnete Herr Hallerbach hat in dem RZ-Artikel eine denkbar einfache Lösungsmöglichkeit aufgezeigt, um die Bürger nicht zur Kasse zu bitten, wahrscheinlich hätte es noch weitere Lösungsansätze gegeben.

Beim Besuch von Mitgliedern des Gemeinderates und des Bauausschusses bei den Stadtwerken Bonn zwecks Informationen zu LED sagte der Leiter des LED-Projektes der Stadt Bonn: „Ich rate Ihnen nachdrücklich von der Retrofit-Lösung ab. Mit der bekommen Sie nicht nur graue Haare, sondern sie werden Ihnen auch ausfallen!" Wie borniert, einfallslos und stur muss man eigentlich sein, um so eine Warnung von einem Fachmann in den Wind zu schlagen?

Aber ist ja ganz einfach: Dann zahlt es eben der Bürger später über den wiederkehrenden Beitrag für den Straßenausbau - die 25 % Zuschuss vom Bund gibt es dann aber nicht mehr!

Christoph Schneider
1. Vorsitzender der FWG Rengsdorf e.V. und
Mitglied im Bauausschuss der Gemeinde Rengsdorf

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