2011-02-08 Kastanien im Römergraben gefällt

Hier könnte auch Ihre Meinung stehen:

 

Der nachstehende Leserbrief von Werner Fries aus Rengsdorf war am 21.02.2011 in der Rhein-Zeitung zu lesen:

2011-02-21 Keine absolute Sicherheit

Leserbrief von Werner Fries in der RZ vom 21.02.2011

Durch Weglassen bestimmter Sachverhalte besteht die Gefahr einer einseitigen Berichterstattung. Warum erwähnt Herr Steffenfauseweh bei dem fragestellenden Bürger Baumgärtner die Mitgliedschaft in der FWG ? Dagegen verschweigt er das vom Fragesteller zitierte Urteil vom Bundesgerichtshof, wonach es keine absolute Sicherheit bei Bäumen geben kann. Will heißen, auch nach einer gerade durchgeführten Maßnahme für die Verkehrssicherheit ist es nicht ausgeschlossen, dass beim nächsten Sturm wieder ein Baum umfällt. Unwichtig zu erwähnen ? Erwähnt wurde auch nicht, dass sich die grundsätzliche Kritik von Herrn Baumgärtner dagegen wendet, dass nur eine Meinung / Beurteilung (nämlich die des Försters) zum Fällen der beiden Kastanien führte. Auch hierzu hat das zitierte Gerichtsurteil (aber im Bericht nicht erwähnte) eine klare Meinung: Erst wenn alle Sanierungsmaßnahmen ohne Erfolg sind, sollte es zum Abholzen kommen.

Herr Steffenfauseweh erwähnte auch nicht, dass es außer Herrn Baumgärtner noch die sehr engagierte Stellungnahme von Ilse Kaul gab, die ebenfalls die schnelle Fällaktion scharf kritisierte und dafür Beifall von den Zuhörern erhielt. Was die Rolle des Försters betrifft, so hat er wohl seinen - gelinde gesagt - merkwürdigen Vergleich von Mensch und Baum nicht zu Ende gedacht. Danach dürfte kein Infarktpatient mehr operiert und wieder gesund werden. Hier müsste in der Logik des Försters Krause der Arzt sagen: „Sie sind alt, und einmal ist eben alles zu Ende" - es gibt keine OP, keinen Katheter von späterer Reha ganz zu schweigen


Marie-Luise Digeldey aus Rengsdorf verfasste den nachstehenden Leserbrief:

2011-02-20 Leserbrief zur Ausgabe 07/11 von BLICK aktuell,  Ausgabe RENGSDORF , S. 16 und Titelseite

Als Rengsdorfer Bürgerin, die sehr bestürzt war über die Fällung der beiden Kastanien im Römergraben, habe ich mit Interesse das Interview mit Förster Krause gelesen. Hieraus habe ich Folgendes entnommen:
- die Kastanien zeigten „keine Schadsymptome" an der Krone, sie „wären mit Sicherheit im Frühjahr wieder grün geworden und hätten geblüht",
- die Befallsphase war noch nicht sehr fortgeschritten, daher auch „kein erhöhter Totastanteil und Kronenauflichtung"
- aber: es gab „ Schädigungen an den Wurzeln, deren Umfang nicht feststellbar ist,"...

Die Diagnose einer Schädigung der Kastanien durch den  Brandkrustenpilz wurde von Förster Krause auf Grund der VTA-Methode (Visual Tree Assessment) getroffen, zu deutsch: Inaugenscheinnahme der Bäume.

So weit, so gut?

Da stellen sich für mich noch einige Fragen:

1. Wenn Förster Krause von seiner Diagnose überzeugt war und die Fällung der Bäume aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht für unumgänglich hielt, warum wurden dann die Bürger von der Verwaltung nicht im Vorfeld angemessen (z. B. im Heimatkurier) über die Maßnahme informiert? Mündige Bürger möchten informiert und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

2. Warum haben Bürgermeister und Gemeinderat (sofern letzterer informiert war) nicht erwogen, ein Gutachten erstellen zu lassen, das mittels moderner Methoden wie Impulstomographie u.a. die Schädigungen beurteilt? Immerhin handelte es sich um zwei den Römergraben dominierende Bäume, die man als Naturdenkmale bezeichnen kann und daher ein solches Gutachten (eine 2. Meinung) verdient hätten. Falls es eine Kostenfrage gewesen sein sollte: es hätten sich bestimmt genügend Rengsdorfer gefunden, die dafür gespendet hätten!

3. Da die, nach Aussage des Försters, befallenen Wurzelstöcke noch in der Erde stecken, stellt sich mir die Frage, wie sinnvoll das in der Rhein Zeitung geäußerte Versprechen ist,  an der gleichen Stelle wiederum zwei Kastanienbäume anzupflanzen.

Dass BLICK Aktuell als Titelblatt eine (als solche nicht deklarierte) Fotocollage präsentiert, die wegen der Überproportionierung der rechten Bildseite (Aufnahme eines beschädigten Astes) eine übermäßige Schädigung suggerieren soll, widerspricht der Pflicht zur Objektivität und ist daher zumindest schlechter Stil.

Zum Schluss noch ein positives Beispiel aus Rengsdorf: die Kastanie an der Kirchstraße (Alte Schule) wurde vor Jahren von der Ortsgemeinde saniert; Hohlräume seien damals mit Beton ausgefüllt worden zur Standsicherung, der Baum wurde ordentlich geschnitten, er hat eine volle Krone, gesunde Blätter ohne Miniermottenbefall, sieht gesund aus... Ob ich das als Laie aber überhaupt richtig beurteile?

Marie-Luise Dingeldey, 20.2. 2011



Die Pressemitteilung des NABU Rengsdorf war am 17.02.2011 im "Blick aktuell" zu lesen

2011-02-17 Unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit

Für den Naturschutzbund (NABU) im Kreis Neuwied ist die Verkehrssicherheit von Bäumen schon lange ein Thema

Verkehrssicherheit - mit diesem Argument fallen immer mehr Bäume, nicht nur in Rengsdorf, sondern im ganzen Kreis Neuwied, sogar in Naturschutzgebieten. In den vergangenen Jahren wurden die alten Eichen am Kaisergarten in Anhausen der Verkehrssicherungspflicht geopfert, in Neuwied einige stattliche Platanen und weitere Parkbäume. Das Ganze geschieht oft, ohne Bürger und Naturschutzverbände mit einzubeziehen. Wenn die Öffentlichkeit davon erfährt, ist es bereits zu spät. Es sind gerade die alte Bäume, die sehr wertvoll für Natur und Umwelt sind. Sie produzieren nicht nur sehr viel mehr Sauerstoff als junge Bäume, sie bieten vielen Tieren Lebensraum und Brutmöglichkeiten, wie zum Beispiel Fledermäusen, Spechten und anderen Höhlenbrütern. Die Reaktionen auf die Baumfällaktionen der Vergangenheit zeigen, dass der Bürger ein großes Interesse daran hat, die alten Bäume zu erhalten. Immer wieder werden die NABU-Gruppen im Kreis Neuwied von Mitbürgern um Hilfe gebeten, die von Fällungen erfahren. Meistens ist es dann aber schon zu spät! Bevor die Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen, sollten zunächst Sanierungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und von zertifizierten Baumpflegern geprüft werden. Ein positives Beispiel sind die alten Eichen in Straßenhaus. Ohne diese markanten Bäume würde der Ort sehr viel Charme verlieren. Die Gemeinden, verantwortlichen Politiker und Bürger müssen aber auch den Willen haben, diese Naturdenkmäler zu erhalten und Geld für deren Sanierung und die Verkehrssicherheit auszugeben. Das Beispiel Rengsdorf zeigt wieder einmal, dass die Bürger bei der Entscheidung außen vor bleiben und erst reagieren können, wenn die Bäume weg sind. Dabei will die Gemeinde das Projekt „Rengsdorf im Park" vorantreiben. Aber was ist ein Park ohne alte Bäume? Bei Politik und Verwaltung sollte endlich ein Umdenken stattfinden: Bürger, Naturschutzbehörden und -verbände vor Ort müssen mit einbezogen werden! Viele Städte und Kreise, wie zum Beispiel die Stadt Köln, haben eine Baumschutzsatzung mit dem Ziel, den Baumbestand zu schützen, weil dieser unter anderem nicht nur die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes sichert, sondern auch der Naherholung und der Pflege des Ortsbildes dient.

Pressemitteilung
NABU Rengsdorf
Blick aktuell vom 17.02.2011


W.T. von "Blick aktuell" veröffentlichte am 17.02.2011 folgendes Interview mit Förster Frank Krause

2011-02-17 Fällung von Buchen und Kastanien

„Blick aktuell" hat bei Förster Frank Krause zum kritischen Thema„Fällung der Bäume am Römergraben, Baierstraße und Waldfestplatz" nachgefragt

In der letzten Gemeinderatssitzung war in der Einwohnerfragestunde die Fällung der Bäume am Römergraben, Baierstraße und Waldfestplatz ein großes Thema. Die Emotionen kochten bei den Anwesenden Rengsdorfern sehr hoch. Die Gegner der Fällung waren der Meinung, dass die Bäume zu retten gewesen wären. Presseartikel aus dem Internet wurden zum Beweis zitiert. „Blick aktuell" hat bei Förster Frank Krause nachgefragt:

Blick aktuell: Die gefällten Bäume waren vom Brandkrustenpilz befallen. Wie gefährlich ist dieser Pilz?

FRANK KRAUSE: Der Brandkrustenpilz zersetzt bereits in einem frühen Befallsstadium den zentralen Wurzelbereich und den unteren zentralen Stammkern von Laubgehölzen. Durch die weiterhin aufrechte Versorgung der Kronenteile über den intakten Splint ist der Befall nur äußerst schwer erkennbar, da sich in der Krone keine Schadsymptome zeigen. Erst in einer sehr fortgeschrittenen Befallsphase zeigen sich Symptome an der Krone, wie Kroneneinzug, erhöhter Totastanteil und Kronenauflichtung. Daher können vermeintlich vitale, als gesund angesprochene Bäume bei plötzlich auftretendem Wind unvorhergesehen brechen.

Blick aktuell: Bereits in 2010 haben Sie zum Beispiel auf dem Waldfestplatz Totholz aus den Bäumen entfernt, warum wurden nicht schon zu diesem Zeitpunkt Rettungsversuche für die beiden alten Kastanien unternommen?

FRANK KRAUSE: Gegenmaßnahmen bei vorhandenem Pilzbefall sind praktisch nicht möglich. Es gibt lediglich vorbeugende Maßnahmen, wie ausreichende Bewässerung oder optimale Versorgung von Verletzungen. Das Problem ist, das sich speziell bei der Kastanie die Fäule sehr schnell über den gesamten Holzquerschnitt ausbreitet.

Blick aktuell: Die Gegner werfen ihnen vor den Lebensraum von vielen Tieren durch die Fällung zerstört zu haben.

FRANK KRAUSE: Als Fachmann kannte ich die Schädigung der Bäume, und da lässt mir die Verkehrssicherungspflicht keine andere Wahl, als die Bäume zu fällen. Bei einem eintretenden Schaden würde die Gemeinde, sprich, Ortsbürgermeister Kleinmann und ich juristisch zur Rechenschaft gezogen. Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass wir im Wald, abseits der Wege, durchaus alte und geschädigte Bäume stehen lassen, um der Tierwelt den nötigen Lebensraum zu bieten. Dort können ein herabfallender Ast oder gar ein umfallender Baum, im Gegensatz zum Teil stark frequentierten öffentlichen Raum, keine Personenschäden anrichten.

Blick aktuell: Wenn wir Sie richtig verstehen, wären die Bäume auf Dauer nicht zu retten gewesen?

FRANK KRAUSE: So ist es. Die Kastanien wären mit Sicherheit im Frühjahr wieder grün geworden und hätten geblüht. Durch die Schädigungen an den Wurzeln, deren Umfang nicht feststellbar ist, besteht die Gefahr des unvermuteten Umfallens des Baumes. Darüber möchte ich nicht nachdenken.

Blick aktuell: Herr Krause wir danken Ihnen für das Gespräch.

„Blick aktuell" sprach auch mit Forstamtsleiter Uwe Hoffmann in Dierdorf, der berichtete, dass im Vorfeld eine öffentliche Waldbegehung stattgefunden hat, deren Beteiligung sehr gering ausgefallen war. Sein Mitarbeiter Frank Krause sei in der VTA-Methode (Visual Tree Assessment) ausgebildet und er kann daher sehr sicher ein Urteil über den Zustand der Bäume fällen. Diese Methode ist weltweit verbreitet und rechtlich anerkannt. VTA hilft, nur scheinbar gefährliche Bäume von wirklich gefährlichen zu unterscheiden und somit sichere Bäume zu erhalten. VTA hilft bei Baumunfällen, unbegründete Schadensersatzansprüche abzuwehren, und begründete Schadensersatzansprüche durchzusetzen. VTA soll daher auch ein Beitrag zum Rechtsfrieden sein. Uwe Hoffmann: „Der Brandkrustenpilz ist ein klassisches Todesurteil für einen Baum. Ich halte es für unwirtschaftlich lebensverlängernde Maßnahmen zu ergreifen, die den Baum, wenn es hoch kommt, fünf weitere Jahre erhalten können. Wichtiger ist es, mit diesem Geld Ersatzmaßnahmen zu schaffen." Wir sprachen noch mit einem weiteren Fachmann, Andreas Krämer aus Neuwied. Er ist ein zertifizierter Baumkontrolleur und mit einem eigenen Unternehmen in der Baumpflege und Baumdiagnose tätig. Andreas Krämer hat natürlich die Bäume nicht gesehen und konnte deshalb nicht dazu Stellung nehmen, wie weit der Pilz schon fortgeschritten war. In einem Punkt hatte er jedoch eine ganz klare Meinung: „Der Brandkrustenpilz ist ein tückischer und aggressiver Pilz, der nicht bekämpfbar ist. Es sind letztlich nur Sicherungsmaßnahmen möglich, wie Zurückschneiden der Krone und herausragenden Ästen, um die Standsicherheit zu erhöhen." Eine Rettung und dauerhafte Erhaltung der Bäume ist auch nach seiner Sicht nicht möglich.



Am 15.02.2011 war in der RZ der folgende Artikel von Ulf Steffenfauseweh zu lesen:

2011-02-15 Gefällte Kastanien sorgen für Diskussionen

Werner Baumgärtner attackiert Ortsbürgermeister - Förster: „Hätten von jetzt auf gleich zusammenfallen können"

Die Fällung der beiden uralten Kastanien am Rengsdorfer Römergraben (die RZ berichtete) hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates noch einmal für einige Aufregung gesorgt. Vor allem Werner Baumgärtner, der nach eigenen Worten die kleine Spontandemonstration einiger Bürger organisiert hatte, kritisierte Ortsbürgermeister Karlheinz Kleinmann in der Einwohnerfragestunde vehement.

Die Bäume seien schon fast Naturdenkmäler gewesen, und der Laie erkenne an ihren Stämmen „eigentlich gar nichts", sagte er und meinte, die Fällung sei übereilt gewesen. Auch regte er sich auf, dass die Verwaltung die Bürger vorher nicht informiert hat, sondern sie vor vollendete Tatsachen stellte.

Seiner Meinung nach verträgt sich dieses „unsensible" Vorgehen nicht mit dem geplanten Tourismuskonzept: „Wie rechtfertigen Sie es, Millionen für ,Rengsdorf im Park' auszugeben, wenn Sie hier eine Sanierung nicht einmal versuchen", fragte FWG-Mitglied Baumgärtner, was wiederum andere Zuhörer und auch Ratsmitglieder als eine „völlig unsachliche" Verknüpfung bezeichneten. Ortsbürgermeister Kleinmann hielt ihm entgegen, dass man über ein Jahr Totäste aus den Kastanien geschnitten und vom Boden weggeräumt habe. „Ich frage mich, was Sie gesagt hätten, wenn Ihnen ein solcher Ast auf den Kopf gefallen wäre", rief er Baumgärtner entgegen und bezog sich dabei auf eine Aussage von Revierförster Frank Krause.

Der hatte zuvor die Fällung der Kastanien entschieden verteidigt. „Die Pilze, die die Bäume befallen hatten, können dazu führen, dass ein Baum von jetzt auf gleich zusammenfällt", führte er aus und appellierte an die Kritiker, seinem Sachverstand zu vertrauen. „Als Förster wäre ich doch mit dem Klammersack gepudert, wenn ich solche Bäume ohne Grund fällen ließe. Aber hier geht es in erster Linie um die Sicherheit der Menschen", sagte er. Dahinter müssten Bäume nun einmal zurückstehen. Schließlich schloss Krause mit der Bemerkung: „Mit Bäumen ist es wie mit Menschen. Je älter sie sind, desto anfälliger werden sie. Und irgendwann ist es dann vorbei."

Ulf Steffenfauseweh
RZ vom 15.02.2011



Im "Blick aktuell" vom 10.02.2011 stand:

2011-02-10 Kranke Bäume müssen zur Sicherheit gefällt werden

Baumfällarbeiten an Römergraben und Waldfestplatz abgeschlossen.

Ende der vergangenen Woche wurden durch die Mitarbeiter des Forstrevieres Anhausen etliche Bäume am Waldfestplatz/Spielplatz und Römergraben gefällt. Die Maßnahme war der Abschluss einer Reihe von Maßnahmen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig waren. Bei Baumkontrollen, die regelmäßig entlang von öffentlichen Straßen, Wohnbebauung und häufig frequentierten Plätzen durchgeführt werden, wurde festgestellt, dass etliche Bäume im genannten Bereich starke Totäste, gefährlichen Pilzbefall und erhebliche Faulstellen aufwiesen.

Daher wurde bereits im vergangenen Frühjahr eine Fachfirma damit beauftragt, Totastmaterial aus den Buchen rings um den Waldfestplatz zu entfernen.

In mehreren Schritten wurden nun auch die Bäume entfernt, deren Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war.

Darunter waren auch die Buchen, die Brandschäden von dem „Hüttenbrand" auf dem Waldfestplatz davongetragen hatten. Von den beiden Kastanien am Römergraben war eine vom gefährlichen Brandkrustenpilz befallen, den man anhand einer schwarzen Kruste, die einer Brandstelle ähnelt, bestimmen kann. Die benachbarte Kastanie hatte eine große Faulstelle an einem Hauptkronenast und stellte eine Gefahr für die Erholungssuchenden dar, insbesondere, da sich unter den Kastanien eine Ruhebank befindet. Die beiden Bäume sollen in Kürze durch junge Kastanienbäume ersetzt werden. Die Maßnahmen wurden anlässlich des Waldbeganges im vergangenen Oktober mit dem Gemeinderat erörtert.

Blick aktuell vom 10.02.2011



Am 08.02.2011 war der nachstehende Artikel von Ulf Steffenfauseweh in der Rhein-Zeitung erschienen:

2011-02-08 Uralte Kastanien am Römergraben gefällt

Große Aufregung bei einigen Rengsdorfer Bürgern - Förster spricht von nötiger Maßnahme zur Verkehrssicherung.

Große Aufregung herrscht im Kurort Rengsdorf um einige am Wochenende gefällte Bäume. Im Mittelpunkt: die beiden uralten Kastanien am Römergraben. Noch am Samstag versammelten sich rund 30 Bürger am „Tatort" und veranstalteten eine Art Demonstration. „Ich war geschockt", sagt zum Beispiel Marie-Luise Dingeldey (FWG) und berichtet, dass Mitbürger von der „Vernichtung von Kulturdenkmälern" und einer „Hinrichtung" der Bäume gesprochen hätten.

Das sieht der zuständige Förster Frank Krause naturgemäß völlig anders. Er spricht von einer notwendigen Maßnahme, um die Verkehrssicherungspflicht zu gewährleisten. „Bei Kontrollen war festgestellt worden, dass etliche Bäume an Waldfestplatz, Spielplatz und Römergraben starke Tot-Äste, gefährlichen Pilzbefall und erhebliche Faulstellen aufwiesen", schreibt er in einer Presseerklärung. Daher sei bereits im vergangenen Frühjahr eine Fachfirma beauftragt worden, „Tot-Ast-Material" aus den Buchen rund um den Waldfestplatz zu entfernen. In mehreren Schritten seien nun die Bäume gefällt worden, deren Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war.

Konkret zu den Kastanien schreibt Krause, dass eine von ihnen „vom gefährlichen Brandkrustenpilz befallen" war, den man anhand einer schwarzen Kruste bestimmen kann. „Die benachbarte Kastanie hatte eine große Faulstelle an einem Hauptkronenast und stellte eine Gefahr für die Erholungssuchenden dar, insbesondere da sich unter den Kastanien eine Ruhebank befindet", heißt es in der Stellungnahme des Försters. Die beiden Bäume würden nun in Kürze durch junge Kastanien ersetzt.

Ortsbürgermeister Karlheinz Kleinmann (SPD) zeigt sich ebenfalls betrübt. „Ich bin schon als Kind unter den Bäumen hergelaufen. Da empfinde ich es als genauso schmerzlich wie andere auch", sagt er, betont aber, dass er die Verkehrssicherungspflicht ernst nehmen musste. „Der Förster hat mich bereits vor einem Jahr darauf aufmerksam gemacht. Wir haben dann extra noch abgewartet. Aber jetzt hat er mir gesagt, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist", berichtet der Ortschef. Er erinnert außerdem an den tödlichen Unfall im Winter zwischen Anhausen und Dierdorf, der durch einen herabfallenden Ast verursacht wurde. „Seitdem ist man im Forstamt wohl sehr vorsichtig geworden."

Hans-Werner Sahm (CDU) von der Rengsdorfer Tourist-Info hingegen teilt die Einschätzung des Försters nicht. „Man hätte zumindest versuchen müssen, sie zu frisieren", sagt er. „Ich bin erschüttert. So ein Baum fällt nicht einfach um. Der steht seit 100 Jahren da. Aber es wäre natürlich mit Arbeit verbunden gewesen", ärgert er sich. Ähnlich sieht es Werner Baumgärtner (FWG): „Experten setzen in diesem besonderen Fall auf die Selbstheilungskraft der Bäume und empfehlen Sanierungsarbeiten", weiß er und fragt: „Wie vereinbart es sich, über ein Millionenprojekt Rengsdorf im Park zu sprechen und zu realisieren, wenn für eine Baumsanierung kein Geld bereit gestellt wird und nicht einmal der Versuch einer Rettung unternommen wird?"

Ulf Steffenfauseweh
RZ vom 08.02.2011

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