2010-11-15 "RengsdorfImPark" - Pro und Kontra

Hier könnte auch Ihre Meinung stehen!

 

Leserbrief von Werner Flohr aus Rengsdorf in der RZ vom 02.03.2011: „Auftrag ohne Wettbewerb"

Hatte Ortsbürgermeister Kleinmann im RZ-Interview noch mehrmals behauptet, dass zu Rengsdorf im Park (RiP) ein Ideenwettbewerb stattgefunden hätte, bestätigt nun Dr. Fischer endlich, dass es keine Ausschreibung gab, sondern der Auftrag ohne Wettbewerb an Frau Dr. Kübler vergeben wurde. Sowohl nach EU- als auch nach deutschem Recht sind aber öffentliche Aufträge grundsätzlich im Wettbewerb zu vergeben. Davon befreit auch nicht, dass „Mainz eine Ausschreibung nicht verlangt hat" - wir leben schließlich nicht mehr im preußischen Obrigkeitsstaat. Dass sich laut Dr. Fischer Frau Dr. Kübler „bei Folgeaufträgen gerne der Konkurrenz stellen wird und vorher keinen Auftrag annimmt", sollte selbstverständlich sein. Dr. Koop behauptet, Frau Dr. Kübler habe bei relevanten Entscheidungen im Rat nicht mit abgestimmt. Inwieweit das in allen Fällen stimmt, vermag ich nicht zu sagen. Fest steht aber, dass Ratsmitglieder nicht beratend oder entscheidend mitwirken dürfen, wenn eine Entscheidung ihnen selbst einen unmittelbaren Vorteil bringen kann. Frau Dr. Kübler hat ohne jeden Zweifel an zahlreichen Beratungen über RiP bzw. über die Wasserwelten mitgewirkt. Völlig neu ist, dass nun Frau Edling, die erfahrene Tourismussachbearbeiterin der Verbandsgemeinde, „... die Wasserwelten um den Wasserturm ergänzt (hat)". Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in diesem Ausmaß ihre Kompetenzen überschreiten würde. Dr. Koop bedauert, dass die Frage des Bürgerentscheids „leider so gestellt (ist), dass bei einem ‚Nein‘ das gesamte Konzept nicht mehr umgesetzt werden darf". Natürlich weiß er aber, dass der Gesetzgeber vorschreibt, dass das Bürgerbegehren die zu entscheidende Angelegenheit in Form einer mit „Ja" oder „Nein" zu beantwortenden Frage enthalten muss. Das Statement des CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Schreck offenbart eine völlig antiquierte Anschauung von Gesellschaft und Politik. Nach seiner Ansicht gibt der Bürger bei der Wahl seine Stimme wirklich ab, das heißt er darf sie innerhalb der Wahlperiode nicht mehr benutzen und überlässt jegliches politische Handeln den von ihm gewählten Vertretern. Er wird sich daran gewöhnen müssen, dass sich mündige Bürger auch außerhalb der Wahlkabine in die Politik einmischen.




Werner Flohr aus Rengsdorf schreibt am 17.01.2011„Völlig überdimensioniert"

Was auch immer Bürgermeister Kleinmann im RZ-Interview bezüglich eines angeblich erfolgten Ideenwettbewerbs über ein Tourismuskonzept für Rengsdorf sagt, fest steht, dass außer dem Planungsbüro Dr. Kübler keine andere Firma um Abgabe eines Angebotes gebeten wurde und somit keine Alternativen geprüft wurden, und das bei einem Auftragsvolumen von circa 200 000 Euro. Weiterhin behauptet er, dass die Gemeinde Rengsdorf beim Parkplatz am Monte Mare nur ihren Teil baut. „Als Bereich, in dem wir Informationstafeln aufstellen und Besuchern so die Möglichkeit geben, Rengsdorf und Umgebung kennenzulernen." Auf der Website der Gemeinde Rengsdorf findet man unter „Tourismusprojekt Rengsdorf im Park - Was gibt es Neues" aktuelle Zahlen zum Projekt „Rengsdorf im Park". Dabei wird als förderfähige Summe für den Parkplatz 500 002 Euro angegeben. Davon entfallen auf die Gemeinde 125 000 Euro. Vergleicht man das mit den Zahlen aus dem Förderantrag nach Mainz, so reicht das Geld für einen Parkplatz von 150 bis 180 Stellplätzen - fast so groß wie die Parkplätze von Aldi und Rewe zusammen. Ist das nicht ein bisschen groß, wenn er ja nur zum Aufstellen von Info-Tafeln gedacht ist? Als Wanderparkplatz oder als Besucherparkplatz für Rengsdorf im Park ist das auf alle Fälle völlig überdimensioniert, in Wirklichkeit dient er ja doch nur der indirekten Förderung des Monte Mare.

 

Rainer Högner
Landtagskandidat der FREIEN WÄHLER im Wahlkreis Linz/Rengsdorf hat am 13.01.2011 folgenden Kommentar geschrieben:

Sehr geehrte Initiatoren des Bürgerbegehrens,

nachdem ich gestern die Ratssitzung und die "Professionalität" der Rengsdorfer Gemeindeleitung miterleben durfte, kann ich mich nur den Ansichten Ihrer Initiative anschließen. Viel Energie beim Ausgeben unserer Steuergelder, völlige Konzeptions- und Ahnungslosigkeit bei der Umsetzung in wirtschaftlichen Erfolg für Ihre Gemeinde - das kann es nun wirklich nicht sein.

Blind vor Gier nach nur scheinbar geschenkten Landesmitteln hat man offensichtlich überhaupt keinen Plan, wie die eigenen Mittel, für deren Überschreitung es ja nur neuer Ratsbeschlüsse bedarf, und die Folgekosten, die ja mit Sicherheit über die Jahre nicht im jetzt genannten Rahmen bleiben werden, wieder erwirtschaften will.

Ist man bei der Ratsmehrheit wirklich so erschreckend naiv, oben am ehemaligen Badebetrieb - also weit außerhalb des Ortes - Kolonnen von Bussen mit Wanderern zu erwarten, die nicht etwa ihre Thermoskannen mit sich führen und unter der Lärmbelästigung von Klangschalen ihre mitgebrachten Stullen essen, sondern sich nach dem Ablaufen der High-End-Wanderwege noch auf den Weg zur Pizzeria machen, am anderen Ende des Ortes ihre Lebensmittel einkaufen und sich dann entscheiden, den Bus bis zum nächsten Tag warten zu lassen und lieber in Rengsdorf zu übernachten?

Ich wünsche Herrn Kröll und seiner (noch) kleinen, aber mutigen Ratsfraktion, besonders aber Ihrer Initiative den gewünschten Erfolg und bin gerne bereit, Sie im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen. Schließlich haben die FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz auch die Abkehr von der unseligen Fördertopfpolitik im Programm.

Mit besten Grüßen aus Neustadt (Wied)
Rainer HögnerLandtagskandidat der FREIEN WÄHLER im Wahlkreis Linz/Rengsdorf

 

 

Werner Flohr aus Rengsdorf schreibt am 19.12.2010

 

Seit Beginn der Planungen zu den Tourismusprojekten  „Wasser- welten" und „Rengsdorf im Park" verfolge ich als Zuhörer die Diskussion im Gemeinderat und muss sagen, dass die von den beiden Rengsdorfer CDU-Vertretern im Interview mit der RZ vorgebrachten Argumente durch ständiges Wiederholen nicht an Stichhaltigkeit gewinnen.

Herr Schreck trägt im Gemeinderat immer wieder vor, dass nur bei einer Verwirklichung des Gesamtprojektes „Rengsdorf im Park" die zugesagten Zuschüsse aus Mainz flössen. Ein  Verzicht auf größere Teilprojekte wie z. B. den Ausbau des Wasserturms zu einer „didaktisch aufbereiteten WasserErlebnisWelt" und/oder den Monte Mare-Parkplatz samt Gäste-Entrée sei daher nicht möglich.

Im Interview behauptet er nun, dass Geld zugunsten des Monte Mare nur dann fließt, wenn die Betreiber auch investieren. Das würde aber heißen, dass, falls nicht investiert würde, das Gesamtprojekt zu Fall käme - Einzelprojekte können ja nach seiner Aussage nicht gestrichen werden! Demnach dürfte die Gemeinde Rengsdorf nicht einen Pfennig für „Rengsdorf im Park" ausgeben, solange keine rechtsverbindliche Zusage des Monte Mare vorliegt. Oder ist es vielleicht doch so, dass auf Einzelprojekte verzichtet werden kann, ohne dass Mainz seine Zusage zurück nimmt? Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass dies bereits mit dem Wirtschaftsministerium erörtert wurde.

Herr Jäger behauptet, Monte Mare sei für Rengsdorf der Hauptwerbeträger. Es sei dahin gestellt, ob das stimmt. Fest steht jedoch, dass das Monte Mare seit nunmehr 2 Jahren nur noch als Sauna geführt wird. Seitdem gehen die Betreiber mit immer neuen Vorhaben wie Schwimmbad, Wellness-Tempel oder Hotel schwanger, getan hat sich allerdings bisher nichts. Bei einem Sauna-Besuch gewinnt man überdies den Eindruck, dass hier schon seit längerer Zeit kein Pfennig mehr in Unterhaltungsmaßnahmen investiert wurde.

Der überwiegende Teil der Monte Mare-Besucher sind zweifellos Tagestouristen, viele aus dem Köln-Bonner Raum oder dem südlichen Ruhrgebiet. Sie verbringen einen schönen Tag in der Sauna, essen und trinken dort etwas und fahren dann wieder nach Hause, ohne in einem Rengsdorfer Geschäft auch nur einen Cent ausgegeben zu haben, außer vielleicht an der Tankstelle.

Herr Schreck behauptet, wer das vorliegende Konzept nicht will, muss damit rechnen, dass der Gemeinderat dann alles stoppt, was mit Tourismus zu tun hat. Was soll bloß diese kindische Trotzreaktion? Bei Nichtverwirklichung des Gesamtprojekts werden erhebliche Eigenmittel frei, die dann durchaus zur Tourismusförderung verwendet werden könnten, z. B. für den Ausbau des Wandertourismus, der mit Rhein- und Westerwaldsteig und Klosterweg schon ganz gut aufgestellt ist. „Wanderbares Rengsdorf" - das wäre doch was!

Völlig unverständlich ist mir seine Klage, die Begriffe „Wasserwelten" und „Rengsdorf im Park" würden polemisch als Schlagworte benutzt. Die Begriffe wurden schließlich von den Initiatoren dieser Projekte geprägt!

 

 

Rolf Weingarten aus Rengsdorf schreibt am 15.11.2010

Wer in Rengsdorf von blühenden Landschaften und Parks, florierenden Geschäften und Hotels träumt, dem antworte ich nur: RIP - rest in peace ! (und nicht mit Rengsdorf Im Park) ... oder mit dem hörenswerten Titel der Rockgruppe Nazareth Dream On

Wenn es denn zu dieser mehr als überflüssigen Maßnahme (RengsdorfImPark) kommen sollte, dannn sagen sowohl die Bewohner als auch die Besucher des Ortes: außen hui, innen pfui!

Rengsdorf hat sich, bzw. wird sich zu einem reinen "Wohnort" entwickeln. Da sollte für die entsprechende Grundversorgung der Bürger/-innen gesorgt werden, soll heißen, diese sichergestellt sein. Eine blühende Touristik- und Geschäftswelt sehen ich in Rengsdorf nicht. Wohl aber finde ich den Gedanken, Rengsdorf zu eimem kleinen "Wander-Eldorado" zu machen gut, also unterstützungs- und umsetzungswürdig. Brauchen wir dazu aber eine Parklandschaft, ein Riesen-Gäste-Entrée? Auch sehe ich keine Buslawinen auf Rengsdorf zukommen, niemand wird sich von der BUGA nach Rengsdorf verirren Wir leben hier in einer wunderbaren Landschaft und in einer Region, die viel zu bieten hat, aber Rengsdorf und Tourismusboom ist in meinen Augen Wunschdenken. Sorry, da fahre ich z.B. im Oktober-Dezember für 300 € 8 Tage in die Türkei, habe Sonne, ein 3 bis 4 Sterne Hotel, gute Verpflegung die Fahrt mit dem Zug zum Flughafen und und und im Preis. Und wenn's mir gefällt bleibe ich für 99 € noch eine Woche länger. Ich weiß nicht, wie weit man mit 300 € in Rengsdorf kommt?

Das Projekt ist meines Erachten für die Ortsgemeinde in der geplanten Art - immerhin sind die Kosten seit Beginn der Meinungsfindung inzwischen schon von rund 800.000 € auf 2.400.000 € gestiegen - mehr als eine Nummer zu groß. Wenn dazu Folgekosten bei Frau Dr. Kübler unberücksichtigt bleiben, habe ich große Zweifel daran, ob hier nur etwas "geschönt" werden soll und die Kostenberechnung noch als "seriös" bezeichnet werden kann.

An dieser Stelle möchte ich mich noch für die beiden Bänderdehnungen, die ich mir in den Schlaglöchern der maroden Gemeindestraßen zugezogen habe, bedanken. Aber ich hätte ja die Augen aufmachen können. Nur, wo kein Licht ist, da ist noch nicht einmal Schatten!  ... beim nächsten Mal werde mich dann auf einer der Relaxliegen in der Kuschelwiese davon erholen: Ferne Welt, ich komme (Unheilig) !

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fwg

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